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Quelle: fokus.de
Schlaf-Wach-Rhythmus

Netzhaut stellt die innere Uhr

 
Sensoren in der Netzhaut registrieren langsame Lichtveränderungen und regulieren so die innere Uhr und den Schlaf-Wach-Rhythmus.
Das Auge registriert mehr als Licht und Schatten

Wie ein kürzlich entdeckter Sensor in der Netzhaut auf Licht reagiert, das haben Neuro-Wissenschaftler in den USA herausgefunden. Optikernetz berichtete vor einem Jahr, dass man neben den bekannten Stäbchen und Zapfen noch eine dritte Art lichtempfindlicher Rezeptoren im menschlichen Auge vermute.

Jetzt ist man einen Schritt weiter, die Sensoren im Auge, die nicht dem Sehen dienen, wurden gefunden.

Es handelt sich dabei um Nervenzellen, die das Eiweiß Melanopsin enthalten. Sie spielen für das Sehen keine Rolle, sondern steuern die Weite der Pupillen. Bisher war jedoch unbekannt, wie diese Sensoren funktionieren.

Die melanopsinhaltigen Zellen erwiesen sich dabei als deutlich weniger lichtempfindlich als die bereits bekannten Zapfen und Stäbchen. Der Grund dafür scheint zu sein, dass die Netzhaut 5000-mal weniger Melanopsinmoleküle enthält als Moleküle, die für das Sehen benötigt werden.

Sensibel für langsame Lichtveränderungen

Ein einziges aktiviertes Melanopsin-Molekül löste in einem Versuch bereits bei sehr mattem Lichtverhältnissen ein starkes elektrisches Signal zum Gehirn aus. Dieses Signal eigne sich besonders, schleichende Lichteränderungen an die entsprechenden Hirnregionen zu vermitteln, wird vermutet.
In Zukunft wollen die Neurowissenschaftler untersuchen, wie die Melanopsin-Sensoren auf Störungen der inneren Uhr reagieren – zum Beispiel beim Jetlag oder bei einer Winterdepression.

Die Studie ist in der Fachzeitschrift „Nature“ erschienen (DOI: 10.1038/nature07682).

pap/ddp, Johns Hopkins Medical Institutions

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