Taucher.net-Treffen 9 
in der Schweiz am Bodensee
beim Jura-Wrack

Uli Mößlang / Andreas Nowotny

 

Plötzlich erschien die Jura im Blickfeld. Mein erster Eindruck war, dass sie um einiges größer ist, als ich dachte. Die Sicht war zwar relativ gut und wir hatten sogar noch etwas Oberflächenlicht, trotzdem erhob sich die Jura nur schemenhaft vom Grund. Der Mythos vom Bodensee lag direkt vor uns. Bei dem wahrscheinlich berühmtesten Wrack des deutschsprachigen Raums handelt es sich um einen Raddampfer, der am 12. Februar 1864 im dichten Nebel von dem Schiff "Stadt Zürich" gerammt wurde. Passagiere und Besatzung (bis auf einen Matrosen, der beim eigentlichen Zusammenstoß ums Leben kam) konnten sich noch auf das andere Dampfboot retten, ehe die Jura mitsamt ihrer Ladung (u.a. Käse, Baumwolle und Rinder) innerhalb kürzester Zeit versank. Es dauerte über 100 Jahre, bis sie von einem Taucher wieder entdeckt wurde und dann vergingen noch etliche Jahre, bis es zu der Tauchattraktion wurde, die es heute darstellt. Leider hat dieser Status für die Jura auch erhebliche Nachteile. Zum größten Teil aus Holz bestehend, ist sie äußerst anfällig für jegliche Einwirkung und Anker von Tauchbooten haben schon einiges an Verwüstung ausgelöst. Aber auch die Angewohnheit einiger Taucher, sich prinzipiell Souvenirs vom Grund mitzunehmen, hat der Jura geschadet. Kein Wunder, dass unser Skipper so verärgert über die an der Jura ankernden Tauchboote gesprochen hatte. Wir hielten uns an das Briefing und auch Abstand vom Wrack. Die Jura ist komplett von sehr feinem Sediment bedeckt, das bei Unachtsamkeit sofort aufwirbelt und die Sicht schlagartig sehr schlecht werden lässt.

Vorsichtig tarierend nahmen wir das Wrack in Augenschein. Das ca. 42m lange Wrack bietet dem Taucher eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten, angefangen vom großen Namenszug, über die filigranen Holzschnitzereien am Bug, die Kurbelstange an der früher die Schiffsglocke hing (die nicht geklaut wurde, sondern sich in einem Museum in Kreuzlingen befindet), die Schornsteine, Dampfkessel, die Schaufelradanlage bis hin zu einem Plumsklo! Immer wieder erschienen aus dem Dunkel Scheinwerfer und dann die dazu gehörigen Taucher unserer Gruppe. Ein wirklicher großartiger Tauchgang, der nach nicht ganz 20 Minuten leider schon vorbei war. Ehe wir alle am Bojenseil wieder aufwärts tauchten, fand Ioannis heraus, dass das andere Schiff tatsächlich direkt in der Jura geankert hatte. Nachdem er aber Besitzer eines guten Tauchermessers war, löste er trotzdem den Anker von Hand und warf ihn neben die Jura in dem Schlamm.


Der Anker eines Tauchbootes, der sich im Geländer der Jura verfangen hat und somit zur Zerstörung des Wracks beiträgt. Der uneinsichtige schweizer Kapitän beschwerte sich lautstark bei uns, dass wir seinen Anker vom Geländer gelöst haben und er etwas abgetrieben ist. Jetzt fanden wir es schade dass Ioannis den Anker nicht mit seinem Schwert gekappt hatte.
So einem Skipper gehört dieser Tauchplatz verboten.

Hallo Uli,
das Schiff, dessen Mannschaft den Anker in schändlicher weise
an der Jura festmachte heißt "Deta 2" der Kapitän ist
Helmut Steiner aus Unteruhldingen, bei nächster Gelegenheit
werde ich ihm das Bild zeigen und ihn zurecht weisen.
eine gute Zeit und frohe Feiertage wünscht dir Jura-Hans
Ps. nochmals vielen Dank für deine Mühe.

 


Das Buddy Team Augsburg (die geizigen Bierverweigerer) links und m
itte und Uli-Flo in seinem mollig warmen GNT

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